WorldRX – Peugeot-Ausstieg

Peugeot Sport Lion
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Ausgebrüllt – Der Löwe geht – Peugeot beendet WRX-Engagement

Damit hat man nun wirklich nicht gerechnet: Peugeot gab heute bekannt, sein werksseitiges Engagement in der Rallycross-WM WorldRX mit Ende der Saison zu beenden.

Die Pressemitteilung war kurz und knapp, man wird sich künftig mehr der Entwicklung neuer Elektrosportwagen widmen und seine Ressourcen hier konzentrieren. Daher habe man entschieden, sich aus der WorldRX nach der Saison 2018 zurückzuziehen, da deren Entwicklung in Sachen Elektro unsicher ist.

Zuletzt wurde der Elektroumstieg der Rallycross-WM bereits auf das Jahr 2021 verschoben, damit man evtl. mehr Hersteller anlocken würde bzw. den bestehenden mehr Vorbereitungszeit zu geben.

Der Rückzug des Löwen kommt durchaus überraschend, ist doch 2018 das erste Jahr als Werkseinsatz. War man im Vorjahr noch unter der Bewerbung von Hansen Motorsport am Start steht in diesem Jahr Team Peugeot Total auf den Fahnen.

Für die Löwen gab es in diesem Jahr nur die Verfolgerrolle, lediglich im belgischen Mettet konnte Sébastien Loeb den bisher einzigen Nicht-VW-Kristoffersson-Saisonsieg landen. Damit stehen jetzt auch erstmal die drei Werksfahrer ohne Cockpit fürs nächste Jahr da.

WorldRX Peugeot
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Timmy Hansen und sein jüngerer Brüder Kevin gehören aber einfach zur Rallyross-WM-Szene, hier kann man nur hoffen, dass sich ein Platz für beide finden wird. Allerdings stehen nach der Peugeot-Entscheidung hinter der Entwicklung der Weltmeisterschaft viele Fragezeichen, denn auch Audi wird die werksseitige Unterstützung für das Team von Mattias Eksröm Ende des Jahres einstellen.

Ob und wie der ehemalige Weltmeister und Ex-DTM-Champion weitermacht, steht aktuell noch in den Sternen, somit natürlich auch der Verbleib von Andreas Bakkerud in der WorldRX. Lediglich bei der VW-Unterstützung für das Team von PSRX Volkswagen scheint es momentan zu bleiben, doch auch hier muss man jetzt erstmal abwarten.

Ob wir einen Sébastien Loeb nochmal in der WorldRX sehen, ist jetzt allerdings durchaus fraglich. Vielleicht orientiert sich der Rallye-Rekordchampion ja nochmal in Richtung WRC, bei M-Sport wäre ein durchaus interessantes Cockpit für 2019 zu haben, nur so als Gedankenspiel.

Bislang konnte man jedenfalls seitens der Veranstalter nicht genügend Hersteller für eine Elektro-Rallycross-WM finden. Nur Volkswagen und Peugeot zeigten starkes Interesse, mit dem Wegfall der Franzosen ist das ganze Thema noch schwieriger geworden.

Timmy Hansen Peugeot 208 WRX Estering
©Oliver Kilimann/racing14.de

Werkspower im Abseits

Vielleicht ist der Peugeot-Rückzug aber auch eine Chance. Die Abhängigkeit von Herstellern ist langfristig immer schwierig, durch die Werkspower bzw. die werksunterstütze Power von PSRX mit den VW Polos, Peugeot mit den 208 und EKS Audi mit den S1 waren die Plätze für die Finaldurchgänge der Rallycross-WM-Läufe häufig schon vor dem ersten Drift eines Wochenendes gesetzt.

Teams wie GCK mit den Renault Megane, Grönholm RX mit den Hyundai i20 Supercars, die Rallycross-Spezialisten von Olsbergs MSE und Mannschaften wie STARD oder MJP Racing blieben so oft chancenlos trotz richtig guter Leistungen, dabei wäre eine Weltmeisterschaft mit solchen Privat-Teams immer noch mehr als unterhaltsam.

Das Interesse der Hersteller an der Rallycross-WM mag zwar gesunken sein, doch vielleicht ist hier für die Zukunft weniger mehr.

Denkt man zurück an den Start der WM im Jahr 2014 gab es packende Duelle und besten Sport auch ganz ohne die “großen“ Werke im Rücken, und auch ganz ohne Elektroantrieb… In diesem Sinne, bis bald wieder in Sachen Rallycross-WM und Keep Rallying!

Peugeot Rallycross
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