WorldRX Portugal – Kristoffersson weltmeisterlich im Schneegestöber

WorldRX Portugal
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Johan Kristoffersson siegt auch in Montalegre

Es wurde eisig in der Rallycross-WM am letzten Wochenende. Das lag aber einzig am plötzlichen Temperatursturz in den Bergen von Montalegre.

Im Laufe des zweiten Halbfinaes fiel die Temperatur rapide und befand sich nur noch knapp über dem Gefrierpunkt, zudem setzte Schneefall ein. Die WorldRX-Elite hatte sicher mit viel gerechnet, nicht aber mit Schnee in Portugal.

Wieder mal am besten mit den Bedingungen kam der amtierende Weltmeister Johann Kristoffersson zurecht, dem VW-Piloten konnte im Finale keiner der Konkurrenten das Wasser reichen. Der Schwede ist bei schwierigen Streckenverhältnissen nicht das erste Mal eine Bank, vielleicht half ihm auch ein wenig die gesammelte Erfahrung bei der Rallye Schweden.

„Es hat im Finale geschneit und es was sehr, sehr rutschig, aber ich hatte einen großartigen Start und konnte die Führung in der ersten Kurve behaupten. Ab da habe ich so stark gepusht wie ich nur konnte in fünf Runden, so dass ich die Joker Lap im letzten Umlauf nehmen konnte“, so Kristoffersson.

WorldRX Kristoffersson
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Die Startnummer 1 hatte beim Ausgang der Joker-Runde genug an Vorsprung, um locker vor den Verfolgern in Führung zu bleiben, Sébastien Loeb lag beim Fallen der Zielflagge mehr als zwei Sekunden hinter dem Sieger, auf dem dritten Rang lief Petter Solberg ein.

Zwei Rennen, zwei Siege – das Vorhaben Titelverteidigung nimmt für Kristoffersson schon jetzt wieder Formen an. Selbst wenn er in der Qualifikation nur den fünften Rang belegte, rechtzeitig zu den entscheidenden Läufen liefert der Weltmeister einfach immer wieder ab, das Ergebnis sind aktuell neun Zähler Vorsprung in der WM.

Peugeot erster Verfolger

Dahinter waren es in Montalegre vor allem die Peugeot 208 WRX, die zum Angriff auf die VW Polo geblasen haben. Timmy Hansen gewann als Vierter der Qualifikation sein Halbfinale und lag im Finale auf Rang 2, als er sich beim Versuch, an Johann Kristoffersson dranzubleiben, drehte und so nur als 6. und Letzter die Zielflagge sah.

„Das Wetter hatte sich vor dem Finale schlagartig verschlechtert, und wir konnten unser Auto nicht rechtzeitig von trockenen auf nasse Bedingungen umbauen. Das war auch ein Grund, warum ich an Kristoffersson im Finale nicht dranbleiben konnte, obwohl ich ganz gut unterwegs war. Beim Versuch, mich trotzdem nicht abhängen zu lassen, ist mir dann ein Fehler unterlaufen: Ich bin zu schnell in eine Kurve gefahren, habe die Streckenbegrenzung touchiert und mich gedreht. Unterm Strich hatten wir aber ein gutes Wochenende. Wann immer wir auf der Strecke waren, war der Speed da“, so Hansen.

Rallycross Portugal
©Peugeot Kommunikation

Nach dem glücklichen zweiten Platz zum Saisonauftakt schaffte Rallye-Rekordchampion Loeb dieses Mal mit einer deutlich besseren Leistung das gleiche Ergebnis, lediglich der amtierende Champion konnte den Peugeot-Sieg verhindern.

„Mein 208 WRX fühlte sich ab dem ersten Meter gut an. Im Trockenen ebenso wie bei den verrückten Bedingungen im Finale – wer rechnet schon mit Schnee in Portugal zu dieser Jahreszeit. Am ganzen Wochenende gab es packende Duelle, das hat wirklich Spaß gemacht. Unglaublich, wie dicht alle zusammenliegen – und wir sind ganz vorn mit dabei. Um in einem solchen Umfeld zu bestehen, muss alles perfekt laufen. Das ist nicht immer einfach, aber umso besser, wenn es einem gelingt“, so der Franzose nach dem Finale.

Auch Kevin Hansen zeigte sich gewohnt stark, traf allerdings im Halbfinale kurz nach dem Start das Heck von Mattias Ekström und beschädigte sich den Ladeluftkühler, das Aus für die Hoffnungen auf das Finale. Das erreichte in der Folge der Kollision auch Ekström dieses Mal nicht, zum ersten Mal seit Kanada Anfang August 2017.

EKS Audi stark, aber glücklos

„Man hat heute wieder einmal gesehen, wie eng Sieg und Niederlage im Rallycross zusammenliegen“, so Ekström nach dem Aus, dem am Ende lediglich eine halbe Sekunde zum Finaleinzug fehlte. „Nach den Qualifikations-Läufen sah es vielversprechend aus, nach Kurve eins unseres Halbfinales dann ganz schlecht. Durch den Stoß von hinten habe ich einfach zu viel Zeit verloren, auch wenn ich anschließend alles versucht habe. Das Ende war enttäuschend. Aber wir haben erneut gezeigt, dass wir ein schnelles Auto haben.“

Andreas Bakkerud war somit die Speerspitze der Truppe.  Der Norweger gewann zudem auf seiner Lieblingsstrecke in den Bergen Nordportugals die letzten beiden Qualifikationsdurchgänge. Damit sicherte er sich auch den Gesamtsieg in der Qualifikation vor Sébastien Loeb im Peugeot. Mattias Ekström komplettierte den starken Quali-Auftritt der Audi S1 EKS RX quattro mit Rang drei.

Audi S1 EKS RX quattro #13 (EKS Audi Sport), Andreas Bakkerud
©Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH via Audi

Doch im Finale war es einzig Bakkerud, der die Fahnen der vier Ringe hochhielt. „Ich bin mit einem Supercar nie zuvor auf Schnee gefahren. „Die Bedingungen waren extrem schwierig. Am Ende hat es nur zu Platz vier gereicht. Aber die Freude über meinen ersten Qualifikations-Sieg mit dem Audi S1 EKS RX quattro überwiegt.“ Der Audi-Pilot schob sich jedenfalls mit seiner starken Leistung auf WM-Rang zwei nach vorn.

GCK – Renault Megane mit Final-Debüt

Guerlain Chicherit war unterdessen der einzige Renault Megane, der die Qualifikation überstand. Der Franzose hielt dann im Semifinale dem Druck von Mattias Ekström Stand und schaffte somit die erste Finalteilnahme für das neue Supercar.

Damit gewann er sozusagen die „Best oft he Rest“-Wertung, denn kein Ford Fiesta oder Hyundai i20 schafften es unter die letzten sechs. Schon beim zweiten WM-Lauf zeigte sich damit noch deutlicher, dass es für die Teams von Olsbergs MSE, GCK, STARD und Grönholm gegen die geballte Werkskraft an der Spitze des Feldes immens schwierig sein wird, auf Dauer für Überraschungen zu sorgen.

GCK Renault Megane WRX
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Sowohl Niclas Grönholm, als auch Timur Timerzyanov, lieferten aber erneut eine überzeugende Leistung ab, nur war halt einfach für beide im Halbfinale dann das Ende der Fahnenstange erreicht.

Für Janis Baumanis im Fiesta vom STARD-Team und für Kevin Eriksson im Olsbergs MSE-Ford Fiesta ST galt das Gleiche, die Ränge 4 und 5 im anderen Semifinale waren stark, aber am Ende nicht ausreichend für das große Finale.

Nächster Halt der WorldRX ist jetzt Mettet in Belgien, wo am Wochenende des 12. und 13. Mai der dritte WM-Lauf des Jahres über die Bühne gehen wird. In diesem Sinne, Keep Rallying

FIA-Rallycross-WM 2018 – 2. Lauf, Montalegre – Resultat Finale

  1. Johan Kristoffersson (S) Volkswagen 4.16,859 Min.
  2. Sébastien Loeb (F) Peugeot + 2,253 Sek.
  3. Petter Solberg (N) Volkswagen + 3,938 Sek.
  4. Andreas Bakkerud (N) Audi + 6,642 Sek.
  5. Guerlain Chicherit (F) Renault + 9,566 Sek.
  6. Timmy Hansen (S) Peugeot + 21,244 Sek.

Fahrerwertung FIA-Rallycross-WM 2018 (nach 2 von 12 Läufen)

  1. Johan Kristoffersson (S) Volkswagen 53 Pkt.
  2. Andreas Bakkerud (N) Audi 44 Pkt.
  3. Petter Solberg (N) Volkswagen 43 Pkt.
  4. Sébastien Loeb (F) Peugeot 39 Pkt.
  5. Timmy Hansen (S) Peugeot 36 Pkt.
  6. Mattias Ekström (S) Audi 36 Pkt.

Teamwertung FIA-Rallycross-WM 2018 (nach 2 von 12 Läufen)

  1. PSRX Volkswagen Sweden 96 Pkt.
  2. EKS Audi Sport 80 Pkt.
  3. Team Peugeot Total 75 Pkt.
MontalegreRX 2018
©FIAWorldRallycross.com
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