WRC – Rekordsieg für Ogier – Die Monte in festen Händen

M-Sport feiert mit Ogier erneut in Monte Carlo

Voller Zuversicht begab sich die zahlreiche Konkurrenz von Weltmeister Ogier auf die Wertungsprüfungen der Rallye Monte Carlo am letzten Wochenende.

Die Jagd auf den WM-Thron steht für einige im Aufgabenheft, die Monte sollte am besten gleich schon einmal die Wachablösung an der WRC-Spitze bringen. Dieses Vorhaben ging aber für die meisten Piloten gründlich daneben und das schon auf der allerersten Prüfung.

Hier erwischte es auf spiegelglatter Straße fast jeden der Top-Leute, auch Seb Ogier blieb davon nicht verschont. Der Franzose leistete sich einen Dreher, stand aber dennoch am Ende der ersten Monte-Kilometer mit einem satten Vorsprung auf Platz 1. Denn seine Konkurrenten erwischte es noch viel schlimmer. Lediglich sein erster Verfolger, Ott Tänak im Toyota, kam ebenfalls so einigermaßen um die ersten ziemlich glatten Kurven der neuen Rallyesaison.

WRC Monte Rallye Monte Carlo

©M-Sport

Die diesjährige Monte hatte es wahrlich in sich, die 17 WPs bzw. 388 Kilometern forderten ihren Tribut. Zwar blieb Sébastien Ogier auch im weiteren Verlauf der Rallye nicht fehlerfrei, doch wie so oft, kam er mit einem blauen Auge davon. Teilweise Können, aber auch einfach das Glück des Champions, das kam beides 2018 wieder einmal zum Tragen.

Zwischenzeitlich kam ihm Toyota-Neuzugang Ott Tänak zwar näher, doch Ogier baute auf einer der schwierigsten und kurvigsten Prüfungen seinen Vorsprung wieder aus. So hatte die Konkurrenz am Ende in Monte Carlo wieder einmal das Nachsehen, am Ende lag Ogier fast eine Minute in Front.

Insgesamt 5 Monte-Siege hat Ogier jetzt geschafft, damit fehlen noch zwei auf Landsmann Sébastien Loeb. Er ist aber der einzige Fahrer, der diese fünf Triumphe in Folge geschafft hat. Die Monte hat somit auch 2018 bestätigt, dass die Titelentscheidung nur über Seb Ogier laufen wird.

Ogier 2018

©M-Sport

Toyota – Tänak gibt Traumeinstand

Bei Toyota ließ es vor allem Ott Tänak fliegen. Ohne den schnellen Esten wäre die Spannung an der Spitze des Feldes schon früh Geschichte gewesen, doch der Yaris-Pilot hielt gut mit. Tänak hat bereits im Vorjahr eine enorme Entwicklung geschafft, vom Crash-Piloten zum WM-Anwärter und auch der Wechsel zur Mannschaft von Tommi Mäkinen tat dem ganzen keinen Abbruch. So holte der 30-jährige seine ersten WP-Siege und stellte vor allem teamintern die finnische Konkurrenz deutlich in den Schatten.

Die Monte ist sicher nicht der Favorit unter den WM-Läufen von Jari-Matti Latvala, von daher war der dritte Gesamtrang ein guter Start ins Jahr. Die fast 1 Minute Rückstand auf seinen Teamkollegen wird den Finnen aber extrem ärgern, es scheint so, als müsste er sich schneller hinten anstellen, als gedacht.

Toyota Yaris WRC Ott Tänak

©Toyota Gazoo Racing WRC

Toyota zeigte insgesamt eine bärenstarke Mannschaftsleistung. Eigentlich wäre Esapekka Lappi auch nicht weit hinter Latvala gewesen, verlor aber noch wertvolle Plätze durch einen Ausrutscher auf der abschließenden Powerstage. Von der Mannschaft kann man aber in diesem Jahr einiges erwarten, ein Tänak in dieser Form hat zudem WM-Potential.

Hyundai –  Déjà-Vu zum Saisonauftakt

Bei Hyundai konnte man nach dem letzten Saisondrittel 2017 hoffnungsvoll in die Monte gehen, doch die Koreaner mit Sitz im deutschen Alzenau mussten früh alle Hoffnungen auf den Sieg begraben. Auf der ersten Prüfung verlor Thierry Neuville seinen i20 und damit rund 4 Minuten. Davon konnte sich der Belgier nicht mehr erholen, Rang 5 war am Ende Schadensbegrenzung.

Unterdessen startete Andreas Mikkelsen gut in die Rallye und war unter den Top 3 zu finden, als ihn die Lichtmaschine seines i20 im Stich ließ. Auf einer Verbindungsetappe endete somit schon früh die Hoffnung auf einen guten Start ins Jahr.

Bleibt noch Dani Sordo. Der Spanier übernahm kurzfristig die Verfolgerrolle von Seb Ogier, rutschte dann aber gegen einen Baum und sein Hyundai i20 blieb stecken. Ein weiterer Rückschlag für Sordo, der das Cockpit bei der kommenden Rallye Schweden für Hayden Paddon wieder räumen muss. Vielleicht kann der Neuseeländer dann seine Chance besser nutzen.

Hyundai WRC Monte Carlo

©Hyundai Motorsport GmbH/Austral

Hyundai rangiert mit 14 Punkten nach der Rallye Monte Carlo auf dem letzten Platz bei den Herstellern, das hatte man sich ganz anders vorgestellt. Jetzt gilt es in Schweden, verlorenen Boden gutzumachen, vielleicht kann man ein wenig Hoffnung daraus schöpfen, dass Ogier hier zunächst den Schneepflug als erster Starter spielen muss.

Citroën – C3 bleibt Sorgenkind, Kris Meeke stark

Wo Seb Ogier Glück hat, hat Kris Meeke Pech. So auch auf der ersten Etappe, als er sich nach einem Dreher für die falsche Wahl entschied. Der Nordire setzte zurück, blieb im Graben hängen und verlor viel Zeit, die er nicht mehr aufholen konnte.,

Dazu ist der C3 WRC-Bolide immer noch recht zickig, so dass an Bestzeiten zu Beginn kaum zu denken war. Anders als aber noch im Vorjahr wirkte Kris Meeke selber deutlich sicherer. Er überfuhr den Boliden kaum und brachte am Ende mit Rang 4 wertvolle Zähler nach Hause.

Fahrerisch beeindruckend war sein Sieg in der Powerstage, als er Thierry Neuville noch die Bestzeit abluchste. Der Belgier staunte nicht schlecht und stand kurz mit offenem Mund da, verwundert über das, was Meeke aus dem Citroën C3 am abschließenden Sonntag herausquetschte. Schweden wird sicher nicht einfach für den C3, aber seine Zeit wird noch kommen. Allerdings hat die Truppe immer noch einiges an Entwicklungsarbeit vor sich, um aufzuholen. Teamkollege Craig Breen kam nach zahlreichen Problemen als Gesamt-9. ins Ziel.

M-Sport – Elfyn Evans stark

Für den Waliser Elfyn Evans sind die DMACK-Zeiten vorbei, doch der M-Sport-Pilot zeigte mehr als nur eine solide Leistung. Rang 6 wurde seiner Leistung am Ende nicht gerecht. Zwei WP-Bestzeiten ließen aufhorchen und wäre da nicht ein Radwechsel gewesen, der über vier Minuten gekostet hätte, wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Am Ende des letzten Sonntags war es aber wieder einmal Sébastien Ogier, der seine Konkurrenten in die Schranken weisen konnte. Bei der Rallye Schweden wollen die jetzt Revanche, im skandinavischen Schnee wird es vom 15. bis zum 18. Februar sicher deutlich enger zugehen, als noch bei der Monte. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Ergebnis Rallye Monte Carlo 2018

1. Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC) 4:18:55.5
2. Ott Tänak / Martin Järveoja (Toyota Yaris WRC) +58.3
3. Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila (Toyota Yaris WRC) +1:52.0
4. Kris Meeke / Paul Nagle (Citroen DS3 WRC) +4:43.1
5. Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC) +4:53.8
6. Elfyn Evans / Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC) +4:54.8
7. Esapekka Lapp / Janne Ferme (Toyota Yaris WRC) +4:57.5
8. Bryan Bouffier / Xavier Panseri (Ford Fiesta WRC) +7:39.5
9. Craig Breen / Scott Martin (Citroen DS3 WRC) +9:06.7
10. Jan Kopecky / Pavel Dresler (Skoda Fabia R5) +16:43.0

WRC 2018 Monte Ogier

©Rallyepixels via M-Sport