WRC Spanien – Citroën Comeback

WRC Rallye Spanien 2017 – Kris Meeke meldet sich zurück

Das Jahr in der Rallye-WM bringt immer wieder neue Überraschungen, so auch bei der 2017er Ausgabe der Rallye Spanien am vergangenen Wochenende. Auf Kris Meeke hatte sicherlich kaum noch jemand gesetzt, doch der Nordire feierte sein Comeback ganz oben.

Meeke tat sich das ganze Jahr über schwer mit dem schwierig zu fahrenden Citroën C3, dazu gesellten sich viele Fahrfehler, die ihren Höhepunkt bei der ersten WP bei der Rallye Deutschland fanden. Am Ende sah sich Meeke für die Rallye Polen auf die Strafbank versetzt, so dass ihn kaum noch jemand für dieses Jahr auf der Rechnung hatte.

Doch in Spanien feierte er einen grandiosen und einem am Ende nicht gefährdeten Sieg. Nachdem er nach Absolvierung der Schotterprüfungen auf Rang Drei lag und es ab Samstag auf Asphalt weiterging, übernahm das Kommando im Feld. Mit der ersten WP auf Asphalt übernahm Meeke die Führung und gab sie bis ans Ende nicht mehr ab.

WRC Citroën

©Citroën Racing Media

Am Ende waren es ganze 28 Sekunden Vorsprung, die er mit seinem C3 WRC herausfahren konnte. Gegen Meeke konnte keiner der Konkurrenten etwas ausrichten, das war sogar mehr überraschend, als dass sich der Sieger positiv über sein Gefährt äußerte, das hatte es schon lange nicht gegeben. Hinter Meeke lief Sébastien Ogier ein, der damit einen Riesenschritt Richtung Titelverteidigung gemacht hat.

WM-Vorentscheidung gegen Thierry Neuville

Theoretisch ist nach Spanien noch vieles möglich mit zwei ausstehenden WM-Läufen, praktisch ist vor allem aber für Thierry Neuville die Chance auf die Weltmeisterschaft nun weg.

Neuville kam von Anfang an nicht klar, haderte zuerst mit der Reifenwahl und dann wie seine Hyundai-Kollegen auch über Untersteuern am i20 WRC-Boliden. Nachdem er aufgrund eines Hydraulikdefekts versuchte, auf einer Verbindungsetappe noch rechtzeitig am Ziel zu sein, schlug er mit dem Heck an und war doch zu spät. Die 30-Sekunden-Strafe dafür warf ihn aussichtslos zurück, doch WM-Punkte waren immer noch drin.

Im Angriffsmodus unterwegs traf er am Sonntag allerdings einen Stein, der das endgültige Aus bedeutete. Ogier dagegen lieferte wieder mal eine mehr als ordentliche Vorstellung ab. Sobald er absehen konnte, dass es keine Chance gegen Meeke an der Spitze gab, konzentrierte er sich darauf, Platz 2 nach Hause zu fahren.

Rallye Spanien

©Hyundai Motorsport GmbH/Sarah Vessely

Das Duell gegen Teamkollege Ott Tänak war dabei äußerst knapp, ging aber diesmal zu Gunsten des Franzosen aus, der am Ende lediglich nur 5 Sekunden vor dem Esten lag. Ogier kommt nach der Spanien-Rallye jetzt auf 198 Zähler, Tänak auf 161 und Neuville auf 160 Punkte. Eine erste Vorentscheidung ist damit sicherlich gefallen, der Franzose weiß, was bei den letzten Auftritten zu tun ist, um erneut den Titel nach Hause zu fahren.

Enttäuschung bei Hyundai

Mit neuem Aero-Kit und voller Zuversicht ging man bei Hyundai in die Rallye Spanien. Zunächst war es Andreas Mikkelsen, der beim Debüt im i20 WRC sogar die Führung übernahm. Zwar profitierte er von seiner guten Startposition, dennoch eine zunächst erneut starke Leistung des Hyundai-Neuzugangs, der auch in den nächsten beiden Jahren bei der Mannschaft aus Alzenau am Lenkrad drehen wird.

Der Wechsel von Schotter auf Asphalt offenbarte aber bei allen Hyundai-Piloten Probleme mit dem Set-up. Mikkelsen konnte die Spitze nicht mehr halten und dann kam am Samstag die 12. Wertungsprüfung des Tages. Sowohl Mikkelsen, als auch Sordo trafen beim Schneiden einer Kurve einen Steinbrocken so hart, dass die Show vorbei war. Sordo kam zwar nochmals in der Powerstage zurück und konnte die letzte WP gewinnen, dennoch gingen alle drei Hyundai-Boliden sonst leer aus, somit hat die Mannschaft von M-Sport jetzt schon eine Hand am Pokal in der Herstellerwertung.

WRC Rallye 2017

©Toyota Gazoo Racing

Hänninen bester Toyota

Auch bei Toyota lief erneut nicht alles rund. Jari-Matti Latvala musste nach Motorenproblemem aufgeben, Esapekka Lappi musste die Rallye nach einem Crash beenden. Immer besser in Fahrt kommt dagegen Juho Hänninen, der zwei WPs gewinnen konnte und am Ende starker Gesamt-Vierter wurde.

Für Tommi Mäkinen wird damit die Entscheidung in Sachen fahrendes Personal für 2018 nicht gerade einfacher…

Mads Östberg kam am Ende auf Rang 5, für den Norweger war es der erste Auftritt auf Asphalt in diesem Jahr, am Freitag hatte er auf Schotter sogar zeitweise die Führung inne. Hinter ihm lief Stephane Lefebvre für Citroen ein vor Elfyn Evans auf Rang 8. Der Waliser hatte ein schweres Wochenende, dieses Mal zeigten sich seine DMACK-Reifen deutlich im Nachteil gegenüber der Konkurrenz.

WRC2-Sieg für Teemu Suninen

In der WRC2 war es M-Sport Youngster Suninen, der die Wertung für sich entscheiden konnte. Am Ende lag er deutlich vor Skoda-Pilot Jan Kopecky, der schon am ersten Tag im Staub des Vordermanns enorm Boden verloren hatte. Auf Klassenrang Drei lief dahinter Ole-Christian Veiby im Ziel ein.

Seb Ogier Rallye Spanien 2017

©M-Sport

Rallye-Endspurt 2017

Die Rallye Großbritannien und Australien stehen nun noch auf dem Programm. Neben der Frage, wer sich die letzten Siege des Jahres holt, wird es auch zunehmend spannend, wie das Feld im kommenden Jahr aussieht. Ogier scheint auf dem Weg zu Citroën und auch sonst ist noch reichlich Bewegung im Feld.

Der Spanien-Auftritt war unterdessen der wichtigste Schritt für die Nummer 1 zum fünften WM-Titel. Seb Ogier wird sich hier kaum noch die Butter vom Brot nehmen lassen. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Ergebnis Rallye Spanien 2017

1. Kris Meeke / Paul Nagle (Citroen C3 WRC) 3:01:21.1
2. Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC) +28.0
3. Ott Tänak / Martin Järveoja (Ford Fiesta WRC) +33.0
4. Juho Hänninen / Kaj Lindstrom (Toyota Yaris WRC) +54.1
5. Mads Østberg / Torstein Eriksen (Ford Fiesta WRC) +2:26.2
6. Stephane Lefebvre / Gabin Moreau (Citroen C3 WRC) +2:43.0
7. Elfyn Evans / Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC) +4:37.4
8. Teemu Suninen / Mikko Markkula (Ford Fiesta R5) +8:22.7
9. Jan Kopecky / Pavel Dresler (Skoda Fabia R5) +8:54.5
10. Ole Christian Veiby / Stig Rune Skjaermoen (Skoda Fabia R5) +9:04.8

WM-Stand WRC Rallye-Weltmeisterschaft

1. Sébastien Ogier – 198
2. Ott Tänak – 161
3. Thierry Neuville – 160
4. Jari-Matti Latvala – 123
5. Dani Sordo – 94
6. Elfyn Evans – 93
7. Juha Hänninen – 71
8. Craig Breen – 64
9. Kris Meeke – 60
10. Hayden Paddon – 55