WRC Tour de Corse – Ogier unschlagbar

Rallye Korsika 2018
©Andre Lavadinho via M-Sport

Tour de Corse 2018 – Ogier obenauf

Die diesjährige Ausgabe der Rallye Korsika gehörte sicherlich nicht zu den spannendsten Läufen, die man in der WRC in letzter Zeit gesehen hat.

Das lag vor allem an den Sebs, also den Sebastiens, denn irgendwie waren sowohl Ogier, als auch Loeb bei seinem zweiten WRC-Auftritt in diesem Jahr, für den fehlenden Spannungsbogen verantwortlich.

Seb Ogier stürmte direkt an die Spitze des Feldes, bereits auf der ersten Wertungsprüfung ließ er der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Lediglich Rekordchampion Loeb kam noch so einigermaßen mit. Doch die Hoffnungen auf eine Loeb-Sensation verpufften so schnell wie sie kamen. Bereits auf der zweiten WP landete der Franzose mit seinem Citroën C3 im Graben und war aus der Entscheidung heraus. Spätere WP-Top und Bestzeiten waren da ein schwacher Trost für Loeb, der von seinen Reifen kalt erwischt wurde.

WRC Tour de Corse
©Andre Lavadinho via M-Sport – Seb Ogier bei der Rallye Korsika

Somit war wohl der einzige ernsthafte Konkurrent von Ogier früh aus der Entscheidung und für den Weltmeister verlief die Rallye der 10.000 Kurven in der Folge weitestgehend ereignislos. Am Ende hatte die M-Sport Nummer 1 zwar „nur“ einen Vorsprung von rund 36 Sekunden auf den ersten Verfolger, doch Ogier musste die meiste Zeit kaum ans Limit gehen und feierte somit einen dominanten Korsika-Triumph.

Die Konkurrenz war dagegen weitestgehend mit sich selbst beschäftigt. Am besten gelangen hinter Ogier die Asphalt-Prüfungen auf der korsischen Insel noch Ott Tänak. Das kam sicher überraschend, ist der Este doch sicher kein Korsika-Spezialist. Doch Toyota hat auf Asphalt mächtig Boden gut gemacht, das hat die diesjährige Tour de Corse bewiesen.

Toyota stark auf Asphalt

Für die Yaris WRC-Piloten wäre sicher mehr drin gewesen, doch Jari-Matti Latvala knallte am Samstagvormittag gegen einen Baum. Zwar war der Finne bis hierhin schnell unterwegs, aber das ist am Ende auch nur ein schwacher Trost. Esapekka Lappi zeigte unterdessen mit vier WP-Bestzeiten, was er kann, ein Radwechsel nach Reifenschaden auf der abschließenden Powerstage war mehr als ärgerlich – statt einem möglichen Rang 3 kam er am Ende als Gesamtsechster in die Wertung.

Toyota Yaris WRC Korsika 2018
©Toyota Gazoo Racing WRC – Toyota zeigte sich stark

Bei Citroën und Hyundai lief derweil nicht viel zusammen. Loeb war nach dem frühen Ausrutscher kein Top10-Kandidat mehr und Kris Meeke konnte nicht an seine Vorjahresleistung auf Korsika anknüpfen. Zwischenzeitlich lag er zwar auf Rang 2, das aber mit deutlichem Rückstand. Nach einem fulminanten Ausrutscher war der Podestplatz dann gänzlich weg, Meeke wurde am Ende lediglich noch Neunter.

Bei Hyundai hieß es dagegen Schadensbegrenzung. Thierry Neuville erreichte mit über einer Minute Rückstand den dritten Platz, konnte jedoch kaum brillieren. Die Hyundai-Piloten klagten allesamt über Untersteuern, der Hyundai i20 WRC hat in der aktuellen Form jedenfalls seinen Rang als schnellster WRC-Bolide verloren. Dani Sordo schaffte es vor Elfyn Evans im zweiten M-Sport Wagen noch auf Rang 4, bei Andreas Mikkelsen lief kaum etwas zusammen, der Norweger musste sich mit dem siebten Rang zufriedengeben.

Für die versammelte Konkurrenz von Seb Ogier war die Rallye Korsika in diesem Jahr jedenfalls keine Reise wert, man wird auf den nächsten WM-Lauf warten müssen, um bei der Rallye Argentinien den Franzosen in der Weltmeisterschaft nicht enteilen zu lassen.

Hyundai Korsika 2018
©Hyundai Motorsport GmbH/Austral – Hyundai hatte zu kämpfen

WRC2 – Jan Kopecky dominert

Jan Kopecky und Co-Pilot Pavel Dresler waren im Skoda Fabia R5 in der WRC2-Kategorie unterdessen das dominante Gespann und feierten einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Ihre jungen Teamkollegen Ole Christian Veiby/Stig Rune Skjaermoen erzielten am Schlusstag zwei weitere Bestzeiten und verpassten das Podium um lediglich 1,8 Sekunden. Rang drei ging an den italienischen Skoda Privatfahrer Andolfi.

Das Debüt des neuen Citroën C3 R5 endete mit einem zweiten Gesamtrang durch den Franzosen Bonato und mit einem heftigen Ausrutscher von Stéphane Lefebvre, der seinen Neuwagen an einer Hauswand kaltverformte. Auch den Toyota-Junioren erging es nicht viel besser. Schweden-Sieger Takamoto Katsuda rutschte schon auf der ersten Prüfung ins Unterholz, sein Kollege Arai schmiss seinen Boliden auf der fünften Prüfung ins Aus.

Ergebnis Rallye Korsika 2018

WRC

1. Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC) 3:26:52.7
2. Ott Tänak / Martin Järveoja (Toyota Yaris WRC) +36.1
3. Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC +1:07.5
4. Dani Sordo / Carlos del Barrio (Hyundai i20 Coupe WRC) +2:02.6
5. Elfyn Evans / Phil Mills (Ford Fiesta WRC) +2:06.1
6. Esapekka Lappi / Janne Ferm (Toyota Yaris WRC) +2:33.5
7. Andreas Mikkelsen / Anders Jaeger (Hyundai i20 Coupe WRC) +2:43.4
8. Jan Kopecky / Pavel Dresler (Skoda Fabia R5) +10:34.8
9. Kris Meeke / Paul Nagle (Citroen C3 WRC) +10:40.5
10. Yoann Bonato / Benjamin Boulloud (Citroen C3 R5) +12:26.0

WRC2

1. Kopecký/Dresler (Skoda Fabia R5) 3:37.27,5 Stunden
2. Bonato/Boulloud (Citroën C3 R5) +1.51,2 Minuten
3. Andolfi/Scattolin, (Skoda Fabia R5) +3.08,5 Minuten
4. Veiby/Skjaermoen (Skoda Fabia R5) +3.10,3 Minuten
5. Pieniazek/Mazur (Skoda Fabia R5) +13.05,6 Minuten