Zwischen WRC und WRC2 – Rallye-Notizen

WRC2 2018 Skoda Motorsport
©IvoHercik.com/ŠKODA

Skoda Motorsport in der WRC2 2018 mit Rovanperä

Mit seinen 17 Jahren spricht schon die ganze Rallye-Szene vom jungen Finnen Kalle Rovanperä. Der gab bei der Rallye Großbritannien 2017 sein WM-Debüt, welches recht ernüchternd ablief. Als einziger Starter in der WRC2 machte sich der Finne danach auf den Weg nach Down Under und beendete die Rallye Australien, was gleichbedeutend mit dem Sieg in der Kategorie war.

Lange war nicht klar, wie der Weg des Rohdiamanten weiter verlaufen würde, doch nun liegen die Karten auf dem Tisch. Skoda Motorsport tritt mit dem Finnen in der WRC2 2018 an und will an die für die Marke extrem erfolgreich verlaufende Saison anknüpfen.

WRC 2-Weltmeister Pontus Tidemand wird unterdessen dem Team erhalten bleiben und die Titelverteidigung in Angriff nehmen. Eine Option für einen Aufstieg in die Topkategorie der WRC 2018 gab es für den schnellen Schweden leider nicht. Rovanperä galt auch lange als aussichtsreicher Kandidat bei Hyundai, die eine längere Nachwuchssichtung durchführten, sich dann aber für seinen 23-jährigen Landsmann und Grönholm-Schützling Jari Huttunen entschieden. Der Einsatz von Huttunen wird übrigens von Sarrazin Motorsport, dem Team des WEC- und Rallyepiloten Stephane Sarrazin, durchgeführt. Die Favoritenrolle liegt aber sicher weiter bei Skoda, die mit dem Fabia R5 einen ausgereiften Seriensieger an den Start bringen.

Jari Huttunen
©Hyundai Motorsport GmbH/Sarah Vessely – Jari Huttunen

Interessant wird es sein, ob und wie sich das Kräfteverhältnis in Sachen R5-Fahrzeuge verschieben wird. Neben dem Hyundai i20 R5 werden bald der Citroen C3 R5 und vor allem auch der VW Polo GTI R5 in den Rallye-Ring steigen.

Bei Skoda wird es derweil schwer sein, das abgelaufene Jahr zu toppen. Teams mit dem Fabia R5 gewannen in der abgelaufenen Saison Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft WRC2 sowie in 14 nationalen und mehreren kontinentalen Meisterschaften, darunter auch die DRM mit Fabian Kreim.

“2017 wird als das bislang erfolgreichste Motorsport- und Geschäftsjahr aller Zeiten in die Skoda-Geschichte eingehen. Eine großartige Leistung unseres Teams, über die sich das gesamte Unternehmen freut“, so Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto. „Motorsport ist seit 116 Jahren Bestandteil der DNA von Skoda Auto. Diese Tradition führen wir jetzt in die Zukunft“, so Maier weiter.

WRC2
©Daniel Roeseler/ŠKODA – WRC2-Weltmeister Pontus Tidemand

Skoda Motorsport-Chef Michal Hrabánek wagte in freudiger Erwartung einen ersten Ausblick auf die Saison 2018: „Wir freuen uns sehr, dass wir auch in der kommenden Saison mit Pontus Tidemand und Jan Kopecký an den Start gehen werden, die mit unserem Team so eng verbunden sind. Die Youngsters Ole Christian Veiby und Juuso Nordgren haben bereits in dieser Saison bewiesen, was sie können. Mit dem erst 17-jährigen Kalle Rovanperä haben wir außerdem ein absolutes Ausnahmetalent verpflichtet. Wir werden nächstes Jahr in gewohnter Manier wieder angreifen und freuen uns auf die Saison 2018“, betonte Hrabánek.

Der WRC2 muss man im jeden Fall im kommenden Jahr mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, denn in Sachen Rallyetalente tummelt sich dann einiges im Feld. Derzeit besteht zudem noch die Möglichkeit, dass sich Mads Östberg für einen Start hier entscheiden wird. Wie sich Talent Rovanperä gegenüber seinen skandinavischen Mitstreitern behaupten wird, ist sicher einer der spannendsten Fragen, wer mehr zum Youngster aus Finnland erfahren will, der kann sich gerne das Portrait bei sportsupreme.de einmal durchlesen.

WRC News

Die Entscheidungen um die Cockpits in der WRC sind weitestgehend gefallen, nur noch der dritte Ford Fiesta WRC von M-Sport steht noch aus. Hier sollen sich Teemu Suninen und Eric Camilli den Platz in der WRC 2018 teilen.

Da in einem guten Monat mit der Rallye Monte Carlo schon die nächste Saison in den Startlöchern steht, wird derzeit fleißig getestet. Toyota testete schon den weiterentwickelten Yaris mit Neuzugang Ott Tänak am Steuer. Auch Seb Ogier und Elfyn Evans haben sich schon wieder auf die Monte vorbereitet und bei Hyundai sieht es nicht viel anders aus. Es gilt halt bei der Ausgeglichenheit des Feldes am Ball zu bleiben.

Nach vier Jahren hat sich unterdessen Dani Sordo von seinem Co Marc Marti getrennt. Der Hintergrund ist weder sportlicher, noch sportpolitischer Natur, sondern rein politisch. Marti befürwortete die Abspaltung Kataloniens, Sordo war wohl anderer Meinung. Sei es, wie es sei, jedenfalls sitzt 2018 wieder sein alter Beifahrer Carlos del Barrio mit im Cockpit.

Unterdessen hat die FIA das Reglement gelockert und somit dürfen nun auch Privatiers in den WRC-Boliden der neuesten Generation an den Start gehen. Die Nennung von privaten Fahrern und Teams muss aber von der FIA extra genehmigt werden, die Frage ist nur, wer solch ein Vorhaben in Angriff nehmen wird. Außer M-Sport mit dem Ford Fiesta können Privatiers nur noch auf den Citroen C3 zurückgreifen. Hyundai und Toyota bieten keine Autos an und ob der Citroen-Bolide nach diesem Jahr das große Interesse weckt, kann man durchaus bezweifeln.

Der Countdown zum Saisonstart 2018 tickt weiter runter, denn schon vom 24. – 28. Januar 2018 bei der Monte gilt es wieder, bestmöglich aufgestellt zu sein. In diesem Sinne, Keep Rallying!

WRC 2018 Monte
©Toyota Gazoo Racing
WRC News
©M-Sport
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